Rainy Canberra 

Hallo ihr Lieben,
nachdem ich keine so gute Woche hatte, da mich eins meiner Hostkinder respektlos behandelt hat und Dinge gesagt hat, die mich ziemlich verletzt haben, habe ich mich um so mehr auf das lange Wochenende in Canberra gefreut! Ich hab den Freitag freibekommen und bin morgens um 7 in Sydney losgefahren. Mein Nachbar hatte mir angeboten mich morgens zur Bushaltestelle gefahren, was alles stressfreier für mich gemacht hat, und er und seine Frau haben mich sonntags abends auch wieder abgeholt. Es war schön zu wissen, dass sich jemand freut, dass man zurück ist und es hat sich (warum auch immer) angefühlt, als hätte ich die beiden für eine sehr lange Zeit nicht gesehen. Als ich dann um halb 9 am Sonntag ankam und sie schon auf mich gewartet haben, bin ich beiden mit einem breiten Grinsen in die Arme gefallen.
Jedenfalls bin ich mit einem Murrays Reisebus 3 1/2 Stunden nach Canberra gefahren. Ich war wirklich sehr angetan von dem Service, da Murrays der günstigere Anbieter war. Es wurde ein Teppich ausgelegt und Absperrbänder aufgestellt, bevor wir eingestiegen sind. Man konnte sein Handy während der Fahrt laden und es gab WiFi, aber ich hab leider nicht mitbekommen, was das Passwort war. Der Gepäckraum wurde noch mal gesäubert und mit den Koffern wurde sorgfältig umgegangen.
Ich bin dann um halb 11 in Canberra angekommen und Annika hat schon auf mich gewartet. Annika ist eine Freundin, die ich noch nie vorher gesehen habe und die ich durch Au Pair Gruppen kenne. Wir sind dann erst mal in ein Outlet gefahren, da es regnen sollte. Wir waren dort dann ein paar Stunden und haben uns dann in ein Café gesetzt und ich habe einen leckeren Salat mit Chicken und gegrilltem Gemüse gegessen. Danach sind wir zu ihrer Gastfamilie gefahren, weil es sehr stark angefangen hat zu regnen. Ich hab wirklich selten so starken Regen gesehen und auch Annika meinte, dass das bis jetzt der stärkste Regen war, den sie hier erlebt hat. Ich hab mir also kurz gesagt dass schlechteste Wochenende ausgesucht, um nach Canberra zu fahren. Wir sind dann erst mal bei ihr geblieben, haben mein Bett hergerichtet und haben uns besser kennengelernt. Annika hat dann ein Kochbuch rausgeholt, dass sie von ihren Gasteltern zum Geburtstag bekommen hatte, da wir was zum Dinner kochen wollten. Wir haben uns dann auf einen Salat mit Orange und Chicken entschieden. Abends haben wir dann noch ein paar Serien geschaut (wir lieben nämlich beide Krimis) und sind dann aber auch relativ schnell eingeschlafen.
Am nächsten Tag hat es wieder-oder immer noch geregnet. Also sind wir nach dem Frühstück zur Portrait Gallery gefahren und haben uns die Ausstellung angeschaut. Direkt daneben befindet sich die National Gallery zu der wir dann noch gegangen sind. In der Portrait Gallery waren Portraits von berühmten Menschen ausgestellt, die irgendwann mal in Australien eingewandert sind und in der National Gallery konnte man aboriginal Kunst bestaunen. Die Eintritte und das Parken waren kostenlos. Weil es kurz aufgehört hatte zu regnen sind wir auf einen Berg gefahren, von dem aus man halbwegs über Canberra schauen konnte. Ich hatte einen Schal an, da es ziemlich windig war und hatte aber auch Flip Flops und ein Kleid an. Dem Outfit nach kann man wirklich sagen, dass ich mich in den Australien Way of Life eingelebt habe!
Den restlichen Tag haben wir dann im IKEA verbracht. Wir sind durch die Ausstellung gelaufen und haben uns vorgestellt und geplant, wie unsere Wohnung mal aussehen soll. Danach haben wir noch den restlichen Salat vom Vortag als Lunch gegessen und uns noch den ikea Mandelkuchen gegönnt.
Abends haben wir aus Anninas Wii Wii Sports und Mario Kart gespielt. Man hat wirklich gemerkt, dass ich das sehr sehr lange nicht mehr gespielt habe, da Annika (abgesehen vom Bowling) immer mit Abstand gewonnen hat.
Wir hatten uns alle Sehenswürdigkeiten für den Sonntag aufgehoben, da es an dem Tag nicht geregnet hat. Wir sind früh los und haben in einem total süßen, veganen Café am Wasser gefrühstückt. Es war zwar lecker und total schön angerichtet, aber meine vegane Waffel war leider schon kalt. Entweder liegt es daran, dass ich zu viele Fotos davon gemacht habe, bevor ich angefangen habe zu essen oder sie wurde schon kalt serviert. Ich wollte sie nicht wieder zurück geben und warten, bis ich sie warm zurück bekomme, da ich wirklich am verhungern war! Wir haben am Abends vorher nämlich nichts mehr zum Dinner gegessen.
Als wir dann fertig waren, konnten wir zu den Old Bus Depot Markets gehen. ( Das finde ich in Australien wirklich gut, man zahlt nämlich, wenn man bestellt, sodass man nicht ewig auf den Kellner warten muss, wenn man fertig ist, sondern einfach gehen kann)
Auf dem Markt hab es sehr viel Essen, Deko, Weihnachtskarten, eine Wahrsagerin und sehr viel anderes Zeug, das man nicht braucht. Es war aber trotzdem interessant durchzulaufen und sich die Sachen anzuschauen.
Als Nächstes sind wir dann zum Parlaments Haus gefahren und sind nur rein, weil wir sehr dringend auf die Toilette mussten. Man hätte sich da noch ein paar leere Räume anschauen können, aber dafür war mir die Zeit zu kostbar. Wir haben also davor ein paar Bilder gemacht und sind dann weiter zum Mount Ainslie gefahren. Von dort hat man einen wunderschönen Blick über Canberra. Leider ist eine asiatische Reisegruppe kurz nach uns angekommen und wir mussten dann von zwei gefragt, ob wir Bilder von ihnen machen können. Sie konnten nicht wirklich Englisch sprechen und haben uns einfach ihr Handy entgegengestreckt uns irgendwelche Laute von sich gegeben.
Anschließend sind wir zum War Memorial. Die Atmosphäre war irgendwie seltsam dort. Auf riesigen Tafeln sind die Namen von den gefallenen Soldaten in den verschieden Kriegen aufgelistet und zwischen den Tafeln stecken rote Plastikblumen. Ich hab leider keine Ahnung, welche Rolle Australien in den Kriegen gespielt hat, da ich mich da mit nie beschäftigt habe. Das versuche ich aber im Laufe der nächsten Zeit zu ändern. Im Shop gab es dann Bücher, Karten, Magnete, Anhänger und ganz viel anderes Zeug zum War Memorial und zu den Kriegen.
Wir hatten dann noch etwas mehr als zwei Stunden übrig und sind nach dem Lunch zu einem See gefahren. Wir sind dann etwas um den See gelaufen und haben Bilder von uns auf einem Steg gemacht. Wir hatten zugegebenermaßen etwas Angst vor den Enten. Die waren schwarz und hatten rote Augen und kamen alle zusammen auf einen zugelaufen.
Dann wurde es leider schon wieder Zeit nach Hause zu fahren. Wir haben neben ein Café geparkt und gesehen, dass abends eine Jazzband dort gespielt hat. Ich war wirklich traurig, da ich mir das gerne angehört hätte.

Generell würde ich sagen, dass ich nicht wieder nach Canberra fahren würde, wenn ich dort keine Freundin hätte. Man hat keine Strände und es ist eine leere, ruhige Stadt.
Ich besuche Annika wahrscheinlich noch mal über ein Wochenende und dann fahren wir aber etwas raus aus Canberra. Annikas Hosteltern hatten ihr übrigens über das ganze Wochenende ein kleines, gelbes Auto zur Verfügung gestellt, was es uns so sehr vereinfacht hat, alles zu sehen!
Diese Woche ist die Stimmung zwischen mir und meinem hostchild wieder in Ordnung und nicht mehr so angespannt. Ich hab ihn heute nicht viel gesehen, aber er und sein Bruder haben mir ganz begeistert von einem Videospiel erzählt, dass sie am Wochenende bei einem Freund gespielt haben und er hat mich gefragt, wie mein Wochenende war. Da ich zum Glück nicht nachtragend bin, hat sich die ganze schlechte, angespannte Stimmung von letzter Woche in Luft aufgelöst. Heute Abend gehe ich mit Inga auf ein Lorde Konzert, da ihre Gastmutter uns zwei Freikarten geschenkt hat.

P.S: Die Bilder von Annikas Kamera füge ich später noch hinzu.

Xx Nina

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