November bis März

Hallo ihr Lieben,

das Speicherkontingent, das mir bei WordPress zur Verfügung steht, war durch die vielen Bilder und Videos ausgeschöpft und deshalb habe ich keine Blogbeiträge mehr gepostet und versucht, euch über Facebook und Instagram auf dem Laufenden zu halten. Jetzt bin ich aber für den “ Besten Au-Pair Blog“ von Aufini nominiert und liege dank euch auf Platz eins (zumindest in der Kategorie Australien/ Neuseeland)! Weil ihr mich so super unterstützt, schulde ich euch auf jeden Fall einen neuen Eintrag! Also habe ich Medien bei den alten Beiträgen entfernt, um wieder Speicherplatz zu haben.

Ich versuche die Zeit von November bis jetzt so gut es geht zusammenzufassen.

Kurz nachdem ich aus Canberra zurückgekommen bin, war ich mit Inga auf einem Lorde Konzert. Ich bin nicht wirklich ein Fan von Lorde und höre nur ein paar ihrer Lieder, aber es war mega schön! Die Bühne befand sich vor dem Opernhaus, also hatte man im Hintergrund die wunderschöne, beleuchtete Skyline.

Ein paar Wochen später war ich zwei Mal mit Inga bei der Fernsehaufzeichnung von der Show „Ninja Warrior“. Inga und ihre Gastmutter hatten sich für Tickets beworben, denn hier muss man im Vergleich zu Deutschland nichts bezahlen, um im Publikum zu sitzen, sondern man braucht einfach nur das Glück, ausgewählt zu werden. Wir hatten zwei Mal das Glück. Man wurde gegen Abend mit einer Fähre auf eine Insel gebracht und wurde dann Zelten zugeteilt. Dann hatte man noch ein paar Stunden, bis die Aufzeichnung begann. Inga und ich haben uns an das Meer gesetzt und den Sonnenuntergang beobachtet. Gegen halb 11 wurden wir dann in das Studio gebracht. Dort wurde uns dann erklärt, dass wir jedes Mal aufstehen, klatschen und den Kandidaten zujubeln müssen, wenn einer von der Produktion mit seinem weißen Handtuch wedelt. Es war das erste Mal, dass ich bei einer Fernsehproduktion dabei war und ich sehe die Shows seit dem mit einem anderen Blick.

In den darauf folgenden Wochen wurde es immer weihnachtlicher. In der Stadt und im Queen-Victoria building wurden riesige Weihnachtsbäume aufgestellt, vor denen Inga und ich natürlich Bilder machen mussten. In Mosman gab es eine Straße, in der jeder sein Haus übertrieben mit Lichterketten und Schmuck dekoriert hat. Da bin ich ein paar Mal durchgelaufen. Ich hatte hier meine ersten warmen Weihnachten und viele haben mich gefragt, wie sich das anfühlt. Naja man vergisst ganz schnell, dass bald Weihnachten ist. Der Dezember ist einer der heißesten Monate und ich war fast jeden Tag am Strand. Ich hatte auch mein erstes, großes Weihnachtsfest. Sonst feier ich Weihnachten gemütlich mit meiner Mutter, meiner Oma und meiner Schwester, aber dieses Jahr waren es ca. 17 Personen mehr. Es war schön mal ein anderes Weihnachtsfest zu feiern, aber es war auch ziemlich stressig für mich. Normalerweise muss ich an Feiertagen nicht arbeiten, aber meine Gastmutter hat mir angeboten mehr pro Stunde zu bezahlen, wenn ich ihr helfe. Im Nachhinein würde ich vielleicht sogar sagen, dass ich das vielleicht nicht hätte machen sollen, da eine Freundin von mir mit ihrer Gastfamilie da waren und ich kaum Zeit hatte mich mit ihr oder jemand anderem zu unterhalten. Ich bin aber nicht nachtragend und hatte auch wirklich schöne Momente. Das Geschenke auspacken am Morgen, das Springen in den Pool nach der Feier und die lange Unterhaltung am Abend mit der Familie und meiner Freundin waren unbezahlbar! Das Essen war sehr exquisit. Es gab Schinken, das nach dem traditionellen Familienrezept meiner Gastfamilie zubereitet wurde, Garnelen, traditionell-australischen Christmas Pudding,… In Australien habe ich angefangen, alles zur probieren und ich esse mittlerweile beispielsweise sehr gerne Thunfisch und Sushi! Ich hatte noch nie in meinem Leben Garnelen gegessen und wusste demnach auch nicht, wie man eine Garnele schält. Damit ich mich auf dem Weihnachtsfeier nicht blamiere, haben mir die Nachbarn gezeigt, wie man eine Garnele schält. Die schmecken wirklich nicht schlecht! (Bei dem Weihnachtsdinner waren die übrigens schon geschält, aber es kann nie schaden, neue Dinge zu lernen!)

Ich hatte aber auch ein kleines Weihnachtsfest mit den Nachbarn am Tag zuvor. Wir haben keine Lieder gesungen, wie ich es normalerweise mit meiner Familie mache, aber wir hatten ein superleckeres, aber untypisches Weihnachtsdinner . Es gab Tortellini. Danach haben wir Geschenke ausgepackt. Ich war sehr, sehr glücklich an diesem Abend und habe ein sehr besonderes Buch geschenkt bekommen. Von meiner Gastfamilie habe ich übrigens ein Strandhandtuch, Pralinen und auch ein Buch bekommen.

Silvester habe ich mit meiner Gastfamilie beim deren Freunde gefeiert. Von der Wohnung aus konnte man die Harbour Bridge sehen und zwei Feuerwerke, die direkt vor der Wohnung auf dem Wasser waren. Der Garten der Wohnung war nämlich genau auf einem Level mit dem Meer.

Im Januar war ich mit Inga und Kathrin für ein Wochenende in den Blue Mountains. Das war meine erste Nacht in einem Hostel und es war wirklich nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe! Wir waren tagsüber Wandern und haben uns abends zusammen Pasta mit Tomaten-Karotten-Mais Sauce gekocht. Es hat sich ein netter, junger Mann zu uns gesetzt und wir haben uns über das Leben in einem Hostel unterhalten. Ich werde niemals vergessen, wie er meinte, dass er sich das „5 ingredients“- Kochbuch von Jamie Oliver als e-book gekauft hat, sich es aber nicht leisten kann jeden Tag neue 5 Zutaten zu kaufen.

Kurz darauf bin ich nach Uluru geflogen. Es war unglaublich mitten im Nichts zu sein. Ich habe eine Tour gemacht, damit ich nicht alleine im Outback umherirre und weil Inga diese schon gemacht hat und mir empfohlen hat. Am ersten Tag sind wir um den Ayers Rock gelaufen und haben nachts unter freien Himmel geschlafen. Ich habe noch nie einen solchen Sternenhimmel gesehen! Man konnte die Milchstraße und millionen Sterne sehen! Ich weiß nicht mehr genau, an welchem Tag wir was gemacht haben, aber ich erinnere mich noch an meinen Helikopterflug über den kings canyon, mein erstes „Golden Gaytime“ (das ist ein typisch, australisches Eis), die Sonnenaufgänge und die lange Autofahrt nach Alice Springs. Ich hab tolle Leute auf dem Trip kennengelernt und eine davon werde ich im Mai in Hobart wieder sehen!

Ca. 2 Wochen später war ich über ein langes Wochenende in Melbourne und habe ein superlustiges und aufregendes Wochenende mit der Schwester von der Nachbarin verbracht! Am ersten Abend haben wir uns den Sonnenuntergang in St. Kilda angeschaut. Es war der erste Sonnenuntergang am Meer, den ich in Australien gesehen habe! Am darauf folgenden Tag war „Australia Day“ und wir haben uns die Parade und das Feuerwerk am Abend angeschaut. Am Samstag waren wir am Kriegsdenkmal und einer der freiwilligen Mitarbeiter wollte ein Foto mit mir machen. Er meinte, es wäre für sein Enkelkind. Danach sind wir ein Museum gegangen, in dem man beispielsweise Sticker in eine Wohnung kleben konnte oder man lag unter einem großen Spiegel und konnte lustige Bilder machen. Abends sind wir in ein amerikanisches Restaurant gegangen. Das war mein absolutes Highlight! Alles war auf 60’s gemacht. Die Kellner hatten Rollschuhe an und es lief Musik aus einer Jukebox. Das Essen war nicht so gut wie der Flair aber zu unserer Überraschung haben die Kellner angefangen, auf Rollschuhen zu tanzen. Ich liebe Melbourne und deshalb werde ich am 21. April mit meiner Freundin Helena noch mal dort hinfliegen! Für mich ist Melbourne ein Mix aus Paris, Frankfurt und Berlin. Es ist eine sehr hippe und kreative Stadt! Und ich kann absolut nachvollziehen, warum es eine der lebenswertesten Städte der Welt ist.

Natürlich sind noch viele andere Dinge in der Zwischenzeit passiert, aber ich nenne hier mal nur die wirklich nennenswerten. Ich war Ende Januar mit Bianca bei der Aufnahme von „The voice Australia“. Eigentlich wollte ich dort mit Inga hin, aber die habe ich überredet nach Tasmanien zu fliegen, bevor sie Australien verlässt! In der Jury saßen Joe Jonas, Boy George, Delta Godrem und Kelly Rowland. Bianca und ich haben erst nach kurzem Überlegen realisiert, wer Boy George ist. Und das Studio war wirklich sehr sehr klein! Im Fernseher wirkt das Studio viel größer!

Dann wurde ich krank. Ich hatte eine Virus- Infektion. Als ich das erste Mal beim Arzt war, wurde mir Antibiotika verschrieben. Mir ging es kurzzeitig besser, aber dann wieder viel schlechter. Es war das erste Mal, dass ich krank war und keiner da war, der sich um einen gekümmert hat. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu schätze ich, aber es war trotzdem überhaupt nicht schön! Als es mir dann wieder schlechter ging, wollte ich weder zum Arzt laufen, noch mit dem Bus fahren. Eigentlich hatte mir meine Gastmutter angeboten mich zu fahren, aber ihr kam etwas dazwischen. Ich saß also auf meinem Bett und habe den Nachbar angerufen. Er hat mich dann gefahren, hat mit mir im Wartezimmer über eine halbe Stunde gewartet und hat auch mit dem Arzt gesprochen. Der Arzt meinte, ich kann nichts tun, außer Paracetamol zu nehmen. Sie meinte auch, dass ich mich sehr glücklich schätzen kann, dass ich jemanden habe, der sich um mich kümmert, denn oft erscheinen Erkrankungen schlimmer, wenn man keine Fürsorge bekommt. Ich habe dann noch eine Suppe von meinem Nachbarn bekommen und habe wirklich einfach mal etwas Aufmerksamkeit und eine gute Unterhaltung genossen. Mir ging es dann am nächsten Tag auch schon deutlich besser! Erwachsen zu werden ist wirklich nicht leicht!

Und dann kam der Abschied von Inga letzte Woche! Ich durfte das Wochenende mit ihr bei ihrer wundervollen Gastfamilie verbringen! Am Samstag kam sie von ihrer Reise zurück und ich hab sie am Bahnhof abgeholt. Es hat sich so angefühlt, als hätten wir uns ewig nicht mehr gesehen, dabei waren es nur 3 Wochen. Dann habe ich ihr geholfen ihren Koffer zu packen, was nicht so einfach war, denn sie durfte nur 23kg Gepäck einchecken. Am Abend hatten wir dann Sushi und die Familie hat noch einen Kuchen zum Abschied bestellt. Die Kinder haben dann noch eine Show aufgeführt und sogar ich musste fast weinen, weil das zuckersüß war und ich mir dachte „Man ich hätte mich auch für jüngere Kinder entscheiden sollen!“ Am nächsten Tag sind wir dann zum Flughafen. Wir haben noch ein Kaffee getrunken und einiges organisiert und dann musste Inga sich auch schon beeilen, weil 10 Minuten später ihr Boarding startete. Ich war natürlich traurig und habe ein bisschen geweint, aber ich hab mich auch für Inga gefreut, da sie es kaum erwarten konnte nach Hause zu kommen! Bianca und Helena sind dann mit mir noch Pizza essen gegangen, um mich abzulenken. Das war wirklich süß!

Ich hab auch nur noch 33 Tage, bis ich nach Melbourne fliege. Ich kann es kaum erwarten und bin auch mittlerweile an einem Punkt, an dem ich sage, ich habe so gut wie alles um und in Sydney gesehen. Gestern habe ich mir den Umriss von Australien auf meinen Fuß tätowieren lassen. Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt, hatte aber nicht geplant, das an dem Tag zu machen. Ich liebe es und bereue es überhaupt nicht! Es wird mich immer an dieses unglaubliche Jahr erinnern. Und weil so viele gefragt haben: nein es hat nicht wirklich wehgetan. Es fühlt sich ein bisschen an wie viele Impfungen hintereinander.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Xx Nina

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